Android-Rooten: Sinnvoll oder nicht?

Android-Rooten: Was bedeutet das überhaupt?

Android-Rooten: Smartphone freischalten.Wer ein Android-Smartphone besitzt, hat auch schon mal was vom Android-Rooten gehört. Sehr oft wird gesagt, das man sein Android-Smarthone nur nach dem Android-Rooten voll nutzen kann. Nur so seien alle Beschränkungen aufgehoben, nur so kommt man an „alles ran“. Ausserdem klingt allein der Begriff Android-Rooten total professionell, so kann man ein bisschen angeben!
Gleichzeitig wird ständig gesagt wie unsicher Android doch ist. Es gibt ja soooo viele Viren und andere Schadsoftware.
Aber ist es überhaupt sinnvoll sein Smartphone durch Android-Rooten vermeintlich zu verbessern?

Android-Rooten: Grundlagen über Android

Das Betriebssystem Android beruht auf einem Linux-Kernel, d.h. die grundlegende Architektur ist dem Betriebssysetm Linux sehr ähnlich!
„Root“ ist in einem Linux-System die „Wurzel“, es repräsentiert den Administrator des Systems, der für die Sicherheit und Stabilität sorgt. Der „Root“ hat kompletten Zugriff auf das System, darf alles machen, kann damit aber auch viel kaputt machen. Da diese Rechte zum Zugriff auf das System aber nur bei tiefgreifenden Eingriffen erforderlich sind, z.B. beim Installieren von Programmen oder Systemupdates, bekommt der normale Benutzer die kompletten Rechte eben nicht. Diese Nutzer erhalten nur Rechte die zum Ausführen der Benutzerprogramme notwendig sind. Somit kann während der täglichen Arbeit weder aus Versehen noch aus Vorsatz etwas im System zerstört werden.
Also kann auch kein Programm das ohne Wissen des Anwenders auf das System kommt, z.B. übers Internet als Schadsoftware, sich einfach installieren, es kann also zunächst mal keinen Schaden anrichten.
Root-Zugriff benötigt also nur derjenige, der eigentlich „verbotene“ Dinge tun will, Funktionen verwenden möchte die über die tägliche Arbeit mit dem Smartphone hinaus gehen.

Android-Rooten: Funktionsüberblick

Das Sicherheitsmodell von Android weist jedem einzelnen Bereich des Systems einen eigenen Benutzer zu. Der Android-Systemprozess darf all diejenigen Dinge tun für die er da ist, z.B. Systemeinstellungen zu ändern, wie etwa die WLAN-Konfiguration. Jede Anwendung (App) darf auf ihren eigenen Datenbereich zugreifen, darf nur die eigenen Daten anlegen und verändern, aber alles im Rahmen des der Anwendung gewährten Umfeldes. Dazu hat die App Zugriff auf Speicherschnittstellen. Außerhalb der eigenen Aufgaben enden die Berechtigungen. Eine App kann also nicht auf die Daten einer anderen App zugreifen, oder eine andere App starten oder beenden. Dies geht nur dann, wenn diese App genau dafür eine Schnittstelle, eine API bereitstellt und dies ihrerseits explizit erlaubt.
Das Benutzerkonto liegt also niemals beim Besitzer des Android-Smartphones, sondern immer bei der App des Android-Systems die der Smartphone-Besitzer gerade benutzt.

Android-Rooten: Einschränkungen für den Smartphone-User

Aufgrund dieses Sicherheitskonzeptes darf der User des Gerätes also nicht alles machen. Und das ist auch gut so. Genau deswegen ist Android von Haus aus zunächst einmal sehr gut geschützt. Viel besser als ein Windows-PC, hier ist der Standardbenutzer erst einmal mit vollen Administratorrechten ausgestattet.

Android-Rooten: Was kann ein gerootetes Smartphone mehr?

Jetzt wird es technisch!
Haben Sie Ihr Smartphone durch Android-Rooten „freigesschaltet“ können sie z.B. folgendes machen:

  • Anwendungen und Daten auf die SD-Karte auslagern
  • Systemdateien durch andere modifizierten dateien mit mehr Funktionern ersetzen
  • Eigenes Boot-Image einspielen
  • Themes installieren
  • Komplette Backups des Telefon-Flashspeichers
  • Systemschriftart ersetzen
  • Custom-Roms installieren
  • Wifi-Tethering
  • Bluetooth-Tethering

Können Sie mit solchen Dingen etwas anfangen, wissen Sie was das bedeutet?
Wenn NEIN, brauchen Sie das sowiso nicht!

Manches geht mit der neuesten Android Version 4.1 ohnehin auch ohne Android-Rooten. Wohl dem der ein Nexus hat und die Android-Updates nach Erscheinen direkt von Google eingespielt bekommt!

Android-Rooten: Soll ich wirklich?

Wenn es um die Frage geht, ob das Android-Rooten für Sie sinnvoll ist, fragen Sie sich ernsthaft ob Sie die oben genannten Funktionen benötigen. Alle bergen die Gefahr das System zu zerstören und es dann neu installieren zu müssen, also die Firmware neu aufspielen zu müssen.
Können Sie ein Android-Smartphone neu installieren?
Wissen Sie wo Sie die für Ihr Smartphone passende Firmware her bekommen, welche Software sie zum installieren benötigen? Nein?
Dann würden Sie Ihr Smartphone, wenn etwas schief geht „bricken“, d.h. den Funktionumfang durch Zerstörung des Bootloaders an den eines Ziegelsteins anzupassen!

Also Vorsicht! Vorsicht! Vorsicht!

Android-Rooten: Warum sollte ich?

Warum sollte ich mein Smartphone mit dem ich prima arbeiten kann durch durch Android-Rooten so freischalten, das ich das von Haus aus eingebaute Sicherheitskonzept aushebel und somit die Türen für Schadsoftware öffne, die ohne das Android-Rooten gar nicht rein käme?
Ok, im gerooteten Android-Smartphone könnte ich eine Firewall installieren, aber die brauche ich nicht wenn das Sicherheitskonzept in takt ist!

Android-Rooten: Das mache ich mit meinem Google Nexus

Alles was ich mit meinem Smartphone machen möchte geht ganz ohne Android-Rooten:

  • Internet
  • Emails lesen, schreiben, synchronisieren (Google-Konto)
  • Terminkalender bearbeiten und synchronisieren (Google-Konto)
  • Aufgaben / ToDos bearbeiten und synchronisieren (Google-Konto)
  • Kontakte bearbeiten und synchronisieren (Google-Konto)
  • Manchmal Daten mit Outlook abgleichen (mit dem MyPhoneExplorer)
  • Beliebige Offline-Daten mit dem Notebook abgleichen (mit AirDroid und/oder MyPhoneExplorer)
  • Manchmal eine Fernwartung (mit TeamViewer)
  • Telefonieren
  • SMS schreiben (fast nur für mTans)
  • Apps installieren (privat und beruflich)
  • Musik hören
  • Mal ein Video schauen
  • Fotografieren und die Bilder mit meinem Onlinekonto synchronisieren

Android-Rooten: Warum also ein Risiko eingehen?

Ich brauche nicht angeben und muss nicht sagen: „Ich kann Android-Rooten“ 🙂

Autor des Artikels

Computer Complete – Wiesbaden, Mainz, Frankfurt – Jürgen Hamm
IT-Dienstleistungen: Softwareentwicklung, Webdesign, PC-Service, Netzwerke, Kommunikation

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*