Google-Nexus mit USB-Stick: Schreiben und Lesen OHNE Root

Google-Nexus mit USB-Stick: Speichererweiterung einfach anstecken

google-nexus-mit-usb-stick-kopieren-speichern-lesen-ohne-rootDa die Google-Nexus-Geräte als Einzige mit purem Android ausgeliefert werden, sind diese auch die Einzigen, die ich in Verwendung habe. Die lange Aktualisierungsmöglichkeit durch die direkte Auslieferung der Updates von Google, ist für mich der entscheidende Punkt.
Leider haben alle Nexus-Geräte den Nachteil des fehlenden Speicherkartenschachtes. Da Android jedoch USB OTG (on the go) bietet, ist es einfach, ein Google_Nexus mit USB-Stick zu verwenden.
Und zwar zum Lesen und Schreiben von Daten von und auf den USB-Stick OHNE das Gerät zu rooten!

Google-Nexus mit USB-Stick: Der knappe Speicher der Nexus-Geräte

Da ich unterwegs häufig Videos mit meinem Galaxy Nexus mache, sind die 16 GB Speicher (ca.12 GB verfügbar) recht knapp bemessen. 1 Minute Video belegt ca.70 MB. Da sind die 12 GB recht schnell belegt. Das ist zu viel um alles in die Cloud zu verschieben, ein PC zum Umkopieren ist dann natürlich nicht dabei. Also bleibt nur, das Google-Nexus mit USB-Stick zu verbinden.

Google-Nexus mit USB-Stick: USB-OTG-Kabel kaufen

Die Vorraussetzung um das Google-Nexus mit USB-Stick zu verbinden, ist ein USB-OTG-Kabel. Hier muss man auf den passenden Anschluss achten. Es muss zum Anstecken an das Gerät ein Micro USB-Stecker Typ B und auf der anderen Seite eine USB-Kupplung Buchse Typ A zum Einstecken des USB-Sticks haben. Diese Kabel gibt es für wenige Euro z.B. bei Amazone. Einfach mit dem Begriff „USB-OTG-Kabel“ suchen. Ich verwende eines um 90° abgewinkeltes. Die kurzen Adapter ohne Kabelteil funktionieren nicht, diese haben keine OTG-Funktion!

Google-Nexus mit USB-Stick: Geräte mit Root

Wer Rootzugriff auf seinem Nexus hat, bei dem wird der angeschlossene USB-Stick über StickMount automatisch erkannt und ins Android-Dateisystem eingebunden und kann mit einem beliebigen Dateimanager (ich persönlich finde den Root Explorer gut) bearbeitet werden. Das ist aber nicht Thema dieses Beitrages! Wer schon Rootrechte besitzt kennt sich damit ohnehin aus !?

Google-Nexus mit USB-Stick: Nexus Media Importer

Wer sein Nexus nicht gerootet hat, benötigt jetzt noch eine App, die auf den USB-Stick zugreifen kann. Hier ist der „Nexus Media Importer“ (funktioniert nicht nur auf Nexus-Geräten) die erste Wahl. Der Vorteil dieser Lösung ist für mich, dass

  • eben keine Rootrechte nötig sind
  • die App nicht permanent im Hintergrund läuft und Strom verbraucht
  • die App zum Kopieren von Daten auf/vom USB-Stick verbunden wird und dann kann sie auch wieder geschlossen werden.

Google-Nexus mit USB-Stick: Die entscheidende Funktion ohne Rootrechte

Entscheidend beim Nexus Media Importer ist eine neue Funktion der Version 5, die im Google-Play-Store im Bereich „Neue Funktionen“ der App ganz beiläufig u.a. angegeben wird:

Version 5.0
+Write Support for FAT (Enable in Preferences)
+Move & Delete functions for writable media

Das ist der Hinweis, dass die App ohne Rootrechte auf einen USB-Stick Daten schreiben kann und diese dort auch löschen kann. Ich verwende es seit einigen Tagen auf meinem Galaxy Nexus und es funktioniert ganz prima!

Google-Nexus mit USB-Stick: So funktioniert es

Hier die Schritte zur Verwendung des USB-OTG-Kabels und USB-Stick:

  1. Die App „Nexus Media Importer“ aus dem Google-Play-Store installieren. Kostet 3,07€. Das ist sie meiner Meinung nach wert! Wer erst mal testen will, kann das mit dem „Nexus Photo Viewer“ kostenlos tun. Das ist quasi die gleiche App, jedoch ist hier NUR das Anzeigen von Fotos vom USB-Stick möglich!
  2. USB-OTG-Kabel anstecken und den USB-Stick dran.
  3. Jetzt startet der Nexus Media Importer automatisch. Nur noch bestätigen, dass der Stick mit der App verbunden werden darf und schon werden alle Media-Daten auf dem Stick angezeigt. Die Erlaubnis zum Verbinden erscheint nur beim Ersten Mal.

Jetzt wird in der oberen Leiste zwischen Photos, Videos, Music, Docs und Folders unterschieden. Also einfach auf die gewünschten anzuzeigenden Inhalte tippen und am linken Bildschirmrand werden die passenden Inhalte des USB-Sticks senkrecht als Thumb angezeigt. Ein Tip auf ein Bild z.b. zeigt es rechts daneben in groß an, Wischen wechselt zum nächsten bzw. vorherigen Bild. Eine Slideshow startet mit dem Playsymbol ganz oben. Hier scheint es noch einen kleinen Bug zu geben. Beim Beenden der Slideshow komme ich nicht wieder auf die Medienanzeige zurück, sondern der Bildschirm bleibt leer und ich kann jetzt nur die App schließen.

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Die Mediaansicht des Nexus Media Importers im Querformat.

Google-Nexus mit USB-Stick: Nexus Media Importer beenden

Oben rechts auf die 3 Punkte tippen. „Disconnect“ wählen und dann die App schließen. Fertig. Nix permanent im Hintergrund!

Google-Nexus mit USB-Stick: „Enable Write“

Der für mich wesentliche Punkt, ist das Kopieren/Verschieben von Bildern und Videos vom Smartphone auf den USB-Stick. Diese Funktion zum Beschreiben des USB-Sticks ist zunächst etwas versteckt und muss erst aktiviert werden.
Dazu wieder auf die 3 Punkte klicken und „Preferences“ wählen. In den erscheinenden Einstellungen den Haken setzen bei „Enable Write“. Jetzt zurück gehen. Es erscheint eine Meldung bzgl. der aktivierten Schreibfunktion. Diese nur Bestätigen. Ab jetzt kann der Nexus Media Importer Daten auf den USB-Stick kopieren. Wir haben also auch einen Media Exporter – ganz OHNE Root. 🙂

Google-Nexus mit USB-Stick: Daten auf den USB-Stick kopieren

Jetzt gibt es in der Menüleiste ganz rechts einen weiteren Eintrag „Advanced“. Dieser Punkt zeigt einen zweigeteilten Bildschirm. Oben die Daten auf dem USB-Stick, unten die Daten auf dem Nexus (bei mir /storage/emulated/0). Die meissten Medienordner sind ja selbsterklärend. Die mit dem Nexus aufgenommenen Bilder und Videos finden sich unter „/DCIM/Camera“.
Im unteren Datenbereich des Nexus können jetzt Dateien markiert werden (Multiselect ist möglich). Im Funktionsmenü (das Pfeilsymbol) stehen die Funktionen „Select All“, „Select None“, „Copy“, „Move“, „Rename“ und „Delete“ zur Verfügung. Für mich ist „Copy“ und „Move“ entscheidend. Damit kopiere ich meine markierten Bilder und Videos jetzt ganz einfach vom Nexus auf den USB-Stick – ganz OHNE Root. 🙂

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Nexus Media Importer mit den Funktionen des „Advanced-Bereiches“. Darstellung der Nexus-Inhalte (rechts) und die Dateien des USB-Sicks (links).

Google-Nexus mit USB-Stick: Die kopierten Bilder

Der Kopiervorgang läuft im Hintergrund. Sobald alles fertig ist, werden die kopierten Daten auch gleich angezeigt. Bei Bildern kommt es manchmal vor, dass die Anzeige des Bildes als Thumb und die große Ansicht nicht vollständig erscheint. Schließt man den USB-Stick jedoch am PC an, sind alle Bilder und Videos völlig korrekt vorhanden und werden vollständig und fehlerfrei geöffnet. Also ein kleiner Bug der Bildanzeige oder ein Problem mit meinem Galaxy Nexus?

Google-Nexus mit USB-Stick: Fazit

Gegenüber allen Fundstellen im Internet kann ich auf jeden Fall sagen, dass der vollständige Einsatz eines USB-Sticks OHNE Rooten mit dem Galaxy Nexus unter Android 4.2.2 möglich ist. Von Bekannten weiss ich, dass es mit dem Nexus 7 und 10 ebenfalls funktioniert. Zum Nexus 4 kann ich noch nichts sagen.
Wenn es jemand mit dem Nexus 4 probiert und Ergebnisse hat, BITTE hier kurz Bescheid geben.
Das Nexus 4 nimmt bzgl. OTG ja leider eine Sonderstellung ein. 🙁

Autor des Artikels

Computer Complete – Wiesbaden, Mainz, Frankfurt – Jürgen Hamm
IT-Dienstleistungen: Softwareentwicklung, Webdesign, PC-Service, Netzwerke, Kommunikation

12 Gedanken zu „Google-Nexus mit USB-Stick: Schreiben und Lesen OHNE Root

  1. Hallo,

    mich würde interessieren zu erfahren, welche Auswirkungen ein permanent mit dem Smartphone / Tablet verbundenes USB-OTG-Kabel auf den Akku im Standby hat.

    Ich selbst habe mein Nexus 7 (2012) gerootet und Stickmount installiert. Wenn ich das USB-OTG-Kabel nach Gebrauch im Nexus 7 steckenlasse, verbraucht das Nexus 7 pro Tag etwa 10% mehr Strom im Standby. Der erhöhte Stromverbrauch tritt mit und ohne USB-Stick am Ende des Kabels auf. Erst, wenn das Kabel abgezogen wird, verhält sich das Nexus 7 wieder normal, d. h. es ist kein erhöhter Stromverbrauch im Standby zu verzeichnen. Das ist natürlich unschön, weil sich der Akku im Standby damit rund doppelt so schnell entleert wie ohne gestecktes USB-OTG-Kabel (ohne Kabel verbraucht mein Nexus 7 pro Tag etwa 10% Strom im Standby).

    Mich würde interessieren, ob das Phänomen auch mit dem Media Importer oder mit anderen Apps auftritt, die Sticks mounten.

    • Also wenn der Stick dransteckt, klar, dann wird dieser mit Strom versorgt.
      Wenn nur das Kabel steckt und der Stromverbrauch trotzdem höher ist, würde ich mal vermuten, dass Stickmount im Hintergrund arbeitet und ständig versucht einen Stick zu finden der nicht das ist und das den Stromverbrauch provoziert (nur Vermutung). Da ich das Kabel nur anstecke wenn ich tatsächlich einen Stick benutzen möchte, habe ich sonst keine Erfahrung damit. Schau doch mal ob Du Stickmount deaktivieren kannst.

      • Hallo,

        danke für den Tipp mit der Deaktivierung von stickmount. Allein das „Unmounten“ des Sticks in stickmount hat das Problem des erhöhten Akkuverbrauchs nicht gelöst. Jetzt werde ich es mal mit dem Beenden der App versuchen.

  2. Super Hinweis, aber ich habe asus nexus 7, Android 4.3. Nun steht, dass media Importer nicht damit funktioniert. Hilfe, was tu ich dann…
    Danke

  3. Media Importeur soll bei Android 4.3 nicht funktionieren. Ich habe aber Asus Nexus 7 mit Android 4.3. Was soll ich tun. Ansonsten ein toller, wirklich hilfreicher Artikel.
    Danke

    • War gerade durch diese Aussage „schockiert“, ich brauche diese App oft. Habs soeben mit meinem Galaxy Nexus Smartphone (nicht das 4er, der Vorgänger!) getestet. Hier läuft es unter Android 4.3, gefühlt sogar deutlich schneller als vor dem 4.3er Update. Habe jetzt keine Möglichkeit es am Nexus 7 zu testen, kann also dazu keine Aussage machen. Da das 4.3 aber offensichtlich hier nichts am System verändert hat, sehe ich kein Grund warum es auf dem Nexus 7/10 nicht mehr laufen sollte, da es vorher ja funktionierte.

  4. Ist es generell möglich wenn man sein Handy gerootet hat auch Software über den USB Stick zu starten? mir schwebt halt vor, dass ich Beispielsweise verschiedene Spiele oder ein Navigationssystem auf nen Usb Stick packe und dann nur bei Bedarf diese dann über Usb laufen lass.

    • Nicht jede App läßt sich auf Speicherkarten auslagern. Wenn sich eine App auf Speicherkarte auslagern läßt, sollte sich diese auch auf einen USB-Stick auslagern lassen. Das ist ist aber jetzt nur eine Überlegung, kein Wissen. Probiers doch einfach mal aus und lass uns an Deinem Wissen hier teilhaben.

    • Ja, das ist auch richtig. Das Nexus 4 gibt leider keine Spannung zur Stromversorgung auf den USB-Port. Außerdem ist die OTG-Funkionalität nicht freigeschaltet. Letzteres kann durch rooten und installieren eines anderen Kernel zwar behoben werden, nützt aber nix, wenns kein Strom für den USB-Stick gibt. Bei allen anderen Nexus Geräten (ich spreche im Artikel vom Nexus Galaxy) ist das aber nicht so und die App funktioniert problemlos. Auch am 7 und 10.

  5. Bei Problemen mit der App gibts übrigens auch einen sehr schnellen Service. Beim Update auf Version 6 hatte ich Abstürze auf meinem Nexus. Eine Mail an den Vertrieb wurde noch am selben Tag beantwortet und nur einen Tag später gab es eine neue Version 6.0.1 und dann 6.0.2 und alles lief wieder optimal.
    Da gibt es sehr viele App-Anbieter, die das nicht annähernd so hinkriegen!
    Hierfür von mir mal herzlichen Dank 🙂

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