Kinder-Internet-Schutz: Kinder-Server des Bundesfamilienministeriums

Kinder-Internet-Schutz: Schutz vor bösen Internetseiten?

Kinder-Internet-Schutz - Kinder-Server des Bundesfamilienministeriums zur Sicherheit von Kindern und Jugendlichen im InternetNatürlich ist die Initiative „Kinder-Server des Bundesfamilienministeriums“ grundsätzlich eine lobenswerte Sache. Von Kristina Schröder beworben, soll es auf dem PC einen Schutz der Kinder vor unseriösen, anstößigen oder sonst wie bösen Angeboten und Seiten des Internets bieten. Sehr einfach für die Eltern zu installieren, aber leider auch Kinder-Leicht zu umgehen.
Jedes halbwegs clevere Kind schaltet das mit wenigen Mausklicks ab, später wieder an und die Eltern merken nix!

Kinder-Internet-Schutz: So funktioniert der Kinder-Server

Der Kinder-Server funktioniert auf Windows- und Mac-Computern. Alle Internetanfragen werden über einen Proxy-Server umgeleitet. Dort wird entschieden, ob die Seite für Kinder geeignet ist und entsprechend im Browser angezeigt, oder eben nicht. Dazu befinden sich auf dem Kinder-Server Listen mit erlaubten und verbotenen Seiten (Whitelist und Blacklist).
Alle Angebote die keine Kennzeichnung „bis 12 Jahre freigegeben“ besitzen, stehen auf der Blacklist und werden blockiert. Dazu gehört z.B. auch Google oder Wikipedia.

Kinder-Internet-Schutz: Eltern können selbst entscheiden

Über das installierte Programm des Kinder-Servers können die Eltern nach belieben weitere Seiten für die Kinder freigeben, also die Whitelist auf dem Server auch lokal persönlich anpassen. Das geht über ein Passwort.

Kinder-Internet-Schutz - Kinder-Server des Bundesfamilienministeriums zur Sicherheit von Kindern und Jugendlichen im Internet

Kinder-Internet-Schutz: Problemlos ausgehebelt

Klingt bisher sehr gut. Allerdings ist der Schutz im Browser mit wenigen Mausklicks abgeschaltet, ohne das die Software da einen Riegel vorschiebt. Es wird nämlich lediglich in den Netzwerkeinstellungen des Browser der Proxy-Server „proxy.kinderserver“ auf einem freien Port eingetragen. Klickt man z.B. im Firefox auf „Extras – Einstellungen – Erweitert – Netzwerk – Verbindungseinstellungen“ sind diese Einstellungen ohne Bearbeitungsschutz im Klartext einsehbar. Ein Klick auf „Kein Proxy“ genügt und alles ist abgeschaltet. Entsprechend ist das in jedem anderen Browser abstellbar.

Kinder-Internet-Schutz: Kinder-Server stümperhaft realisiert

So blöd sind unsere Kids nun mal nicht. Was vielleicht Eltern als kompliziert erscheint, ist für die Kids Kleinkram am PC. Und auch wenn das nicht jedes Kind schafft, auf dem Schulhof hat sich das ganz schnell rum gesprochen!

Kinder-Internet-Schutz: In anderen Bereichen geht’s doch auch viel besser

Ich führe da mal z.B. ELSTER zur Erstellung und Übertragung der Steuererklärungen an, Zugriffsmöglichkeiten auf die Bankdaten der Bürger, Abfragemöglichkeiten der Internetdaten, mögliche Erstellung des Bundestrojaners, … klar, bei den „wichtigen Dingen“ funktioniert es. 🙂

Kinder-Internet-Schutz: Mögliche Alternativen

Natürlich gibt es etliche Programme und Anbieter, die sich dieser Aufgabe annehmen. Je nach Funktionsumfang des Schutzes sind gute und weniger gute Möglichkeiten dabei. Auch die Computerbild hat da was im Angebot.

Kinder-Internet-Schutz: Windows Live Family Safety

Persönliche Erfahrungen habe ich mit dem Windows Live Family Safety, einem kostenlosen Angebot von Microsoft gemacht. Unter der Voraussetzung, dass jedes Kind ein eigenes Benutzerkonto am Windows-PC hat, kann hier sehr sicher und altersgerecht eingestellt werden, was die Kids im Internet dürfen und was nicht.
An den von mir betreuten Computern in Jugendgruppen und Jugend-WGs (bis ca. 14 Jahren) ist dieser Schutz noch nicht umgangen worden. Das ist natürlich auch hier nicht unmöglich, jedoch sind dazu schon mehr Kenntnisse nötig.

Kinder-Internet-Schutz: Absoluten Schutz gibt es nicht

Bei älteren Kindern / Jugendlichen stellt sich ohnehin die Frage, ob solch ein Schutz überhaupt sinnvoll ist.

Autor des Artikels

Computer Complete – Wiesbaden, Mainz, Frankfurt – Jürgen Hamm
IT-Dienstleistungen: Softwareentwicklung, Webdesign, PC-Service, Netzwerke, Kommunikation

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